Lesetipp von
Sybille Kramer
26.03.2025

Die Autorin Elizabeth Heichelbech entführt uns in ihrem Debütroman in das ländliche Amerika des Jahres 1977. Marie Higginbottom, die zehnjährige Ich-Erzählerin, hat einen Traum. Sie möchte unbedingt eine große Tänzerin werden. Doch das scheint ein nahezu unerreichbarer Plan zu sein, in einer streng katholischen Familie ohne Geld, aber mit vielen Kindern und einem bigotten, jähzornigen Vater, der jeden Penny dreimal umdreht (es sei denn, es geht um sein eigenes Vergnügen).

Klassische Musik ist ein wichtiges Thema zu Hause. Wenn der Vater Schallplatten auflegt, scheint alles in Ordnung zu sein. Doch eine Kleinigkeit genügt und es droht wieder Prügel. Die Mutter ist Künstlerin und wird immer unzufriedener mit ihrer Lebenssituation. Regelmäßig versinkt alles in ihrem kreativen Chaos.

Eine Überlebensstrategie für Marie ist ihr unsichtbarer Freund Chopin, der ihr alles über Musik und das Leben beibringt – mit viel Humor und einem charmanten französisch-polnischen Akzent. Und dann gibt es noch ihre beste Freundin Misty, die als Kinder-Elvis-Double auftritt.

Wir LeserInnen verfolgen die Entwicklung dieses zähen Mädchens, das so gar nichts von einer Primaballerina zu haben scheint und doch zielstrebig seinen Weg geht.

Heichelbech, die selbst professionelle Tänzerin war, hat einen witzigen, traurigen, herzerwärmenden und beglückenden Roman geschrieben. Für alle, denen Bonnie Garmus´ "Eine Frage der Chemie" oder "Pi mal Daumen" von Alina Bronsky gut gefiel.

Übersetzung: Aus dem amerikanischen Englisch von Lena Riebl
Roman
Schöffling & Co, 24,00 €

Buch im Online-Shop